|   INFO   |   AUSSTELLUNG O BRASIL   |   PARANUSS   |   GUARANI   |

Länderheft O Brasil


 [ Blick hinter die Kulissen ]  [ "Entdeckung" der Neuen Welt ]  [ Die Einwandererkirche ]  [ Geld oder Leben und Antworten der Kirche ]  [ Entwicklungsplan Amazonien ]  [ Menschen im Urwald ]  [ Der Anfang vom Ende ]  [ Convivencia ]  [ Anhang zur Ausstellung ]

Convivencia

Gliederung:

Ein Mosaikstein

Convivência

Konziliarer Prozeß


 Ein Mosaikstein

  • Transparent "Todos unidos" (alle gemeinsam)
  • Indianische Konferenz gegen Staudammprojekte in Altamira 1989
  • Demonstration von Landarbeitern "Gemeinsam erreichen wir etwas"

Die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) repräsentiert nicht einmal 1 % der Bevölkerung. Wenn sie dennoch heute einen wichtigen Beitrag dazu leistet, daß die Stimme der Rechtlosen gehört wird, so ist dies nur im Zusammenspiel und Austausch mit anderen möglich.

In Kirchen, Gewerkschaften und Basisbewegungen kämpfen Millionen von Menschen in Brasilien um ihr Überleben und für die Zukunft ihrer Kinder. Die IECLB hat in einem langen, oft schmerzhaften Prozeß gelernt, daß sie nicht allein sondern nur mit anderen gemeinsam ihren Verpflichtungen vor Gott und den Menschen gerecht werden kann. Der gemeinsame Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und das Eintreten für die Rechte von Landlosen wie auch Indianern sind Beispiele solcher Zusammenarbeit.

Convivência

  • Kinder verschiedener Hautfarbe spielen miteinander
  • Symbol der IECLB

Im Raum der brasilianischen Kirchen entstand in den 80er Jahren ein neuer Begriff, der für eine neue Art von Beziehungen zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen wirbt: CONVIVÊNCIA

Konvivenz enthält drei konstruktive Elemente, nämlich gegenseitige Hilfe, wechselseitiges Lernen und gemeinsames Feiern. Konvivenz ist eine Hilfe-, Lern- und Festgemeinschaft. In ihr verändern sich alle. Niemand versucht, durch vorschnelle Hilfe oder Idealisierung die anderen zu vereinnahmen. Schöpferisches Zusammenleben wird eröffnet.

"Es geht darum, daß man sich unter den Menschen, unter den Gruppen, unter den Völkern dieser Erde als Schicksalsgemeinschaft verstehen lernt, in der bei aller Unterschiedlichkeit das Weh und Wohl miteinander geteilt wird. Mit dem Begriff CONVIVÊNCIA verbindet sich die Vision neuer zwischenmenschlicher Beziehungen." (G. Brakemeier, Präsident der IECLB)

Konziliarer Prozeß

  • Symbol des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Der Ökumenische Rat der Kirchen rief anläßlich seiner sechsten Vollversammlung in Vavcouver 1983 die Mitgliedskirchen und Gemeinden auf, in einen "konziliaren Prozeß" der gegenseitigen Verpflichtung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzutreten .

Die Verpflichtung beruht auf dem Bekenntnis zu Jesus Christus als Leben der Welt und zum christlichen Widerstand gegen die dämonischen Mächte des Todes, die sich in Rassismus, Sexismus, wirtschaftlicher Ausbeutung, Militarismus und im Mißbrauch von Wissenschaft und Technologie zeigen.

"Ich glaube nicht, daß wir im konziliaren Prozeß sehr weit kommen, wenn wir in allgemeinen und verschwommenen Ausdrücken über Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung reden.

Lateinamerikanische Christen erwarten, daß die europäische Diskussion ihre theologische Reflexion etwa mit dem konkreten Verschuldungsproblem verbindet oder die Frage nach Gerechtigkeit innerhalb der Logik von Markt-Mechanismen stellt.

Für uns ist klar, daß man nicht mehr mit allgemeinen Begriffen von Gott reden darf. Wir sind der allgemeinen Redeweise müde geworden." (Hugo Assmann, IECLB)

Seitenbeginn